16. Dezember 2021 | BAG RelEx

Jahresrückblick 2021

Wir blicken zurück auf ein spannendes, stellenweise herausforderndes und ereignisreiches Jahr 2021. Vermutlich hätten wir vor einem Jahr nicht gedacht, dass wir diesen Winter in Bezug auf Corona da stehen, wo wir nun mal stehen.

Wir hoffen, Sie hatten trotz allem ein gutes Jahr und wünschen Ihnen einen entspannten Jahreswechsel, bleiben Sie gesund!

Wir blicken zurück

Wir freuen uns, dass wir als BAG RelEx im Laufe des Jahres erneut in mehrfacher Hinsicht gewachsen sind. Zum einen hat sich mit Grüner Vogel e. V., RE/init e. V.  un der Fachstelle für Extremismusdistanzierung (LAG Mobile Jugendarbeit / Streetwork Baden-Württemberg e. V.) unsere Mitgliedschaft erweitert. Zum anderen haben wir mit Paula Ripplinger und Ulrike Hoole auch das Team der Koordination der BAG RelEx vergrößern können.

Die Leitgedanken unserer Arbeit als Dachorganisation der zivilgesellschaftlichen Prävention gegen religiös begründeten Extremismus spiegeln sich in dem Dreiklang Vernetzung, Fachaustausch und Weiterentwicklung wider. Die Fachdebatten im Bereich der Prävention gegen religiös begründeten Extremismus zu fördern, ist zentrales Anliegen unserer Arbeit.

In diesem Jahr konnten wird dies im Rahmen verschiedener Formate umsetzen. Beispielsweise durch unsere Fachgespräche zu den Themen Antimuslimischer Rassismus, Legalistischer Islamismus oder Städtischer Raum und Radikalisierung. Einige der Kurzvorträge stehen Ihnen in unserer Mediathek zur Verfügung.

Neben diesen Fachgesprächen sind unsere Fachtage ein weiteres Format, bei dem Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen und sich mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen. In diesem Jahr konnten wir zum einen in einer Kooperation mit FoPraTEx, dem Netzwerk der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), einen Fachtag zum Thema Wissenschaft-Praxis-Transfer umsetzen. In der zweiten Jahreshälfte haben wir das Thema Sicherheit im Kontext der Präventionsarbeit in den Vordergrund gerückt und uns bei unserem zweiten Fachtag zwei Tage lang aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Themenkomplex beschäftigt. Einen ausführlichen Rückblick finden Sie in Kürze auf unserer Website.

Aufgrund der Relevanz und Brisanz der Thematik greifen wir sie auch die vierte Ausgabe unserer Fachzeitschrift Ligante auf. Unter dem Titel „Zur Sicherheit: Prävention?“ widmen sich die Autor*innen in der Ligante#4 der Frage nach einer Versicherheitlichung der Präventionslandschaft, den Auswirkungen des Sicherheitsdiskurses auf zivilgesellschaftliche Träger und der Frage nach Zusammenarbeit und Abgrenzung zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Trägern. Die Ligante#4 können Sie auf unserer Homepage herunterladen oder über eine E-Mail an info@bag-relex.de kostenfrei in gedruckter Version bestellen.

Neben den Veranstaltungen für eine breite Fachöffentlichkeit kommt in unserer Arbeit dem Austausch der zivilgesellschaftlichen Träger in der Präventionsarbeit eine besondere Bedeutung zu. An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen Mitarbeitenden unserer Mitgliedsorganisationen für die angeregten Debatten und den fachlichen Austausch. In den Austauschformaten haben wir seit Beginn der Pandemie auch darüber gesprochen, vor welch herausfordernden Situationen die Präventionsarbeit in diesen Zeiten stand und steht. Dies haben wir zum Anlass genommen, um in unserer Pressekonferenz die Auswirkungen der Pandemie auf die Islamismusprävention zu thematisieren. Friederike Müller, Thomas Mücke und Jamuna Oehlmann haben in drei Kurzvorträge die unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und standen im Anschluss mit Medienvertreter*innen im Gespräch.

Im Sommer wurde Jamuna Oehlmann, in ihrer Rolle als Koordinatorin der BAG RelEx, als Sachverständige zur öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages zur Bekämpfung von Islamismus geladen. Die Stellungnahme mit ihren Kernargumenten steht Ihnen auf unserer Website zur Verfügung. Außerdem können Sie die Aufzeichnung in der Mediathek des Bundestages abrufen (Stellungnahme von Jamuna Oehlmann: 30:52–40:32).

Vor Kurzem, einige werden sich an die Veranstaltung erinnern, konnten wir im Rahmen unseres Politik- und Pressegesprächs mit Expert*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung über den Umgang mit Rückkehrer*innen aus dem sogenannten Islamischen Staat sprechen. Nach dem Kurzvortrag von Prof. Peter Neumann zur ausbleibenden Rückholung von Anhängern von Al-Qaida in den 1980er Jahren und den Folgen dessen stellte Sofia Koller einen internationalen Vergleich bezüglich des Umgangs mit der aktuellen Situation an. Im Anschluss diskutierten Lamya Kaddor, Samira Benz, Claudia Dantschke und Rüdiger José Hamm sowohl das Für und Wider einer aktiven Rückholung von deutschen Staatsbürger*innen als auch den Umgang mit Rückkehrer*innen in Deutschland. Dabei diskutierten sie auch die Frage, inwiefern bis dato Strukturen geschaffen wurden, um mit den vielfältigen Herausforderungen für Rückkehrende und die Gesellschaft umzugehen. Die Aufzeichnungen der Veranstaltungen stehen Ihnen in unserer Mediathek zur Verfügung.

Der 30. November 2021 war für uns ein besonderes Datum, denn am 30. November 2016 wurde die BAG RelEx auf die Initiative verschiedener zivilgesellschaftlicher Träger gegründet. Anlässlich unseres fünfjährigen Bestehens blicken Jamuna Oehlmann und Rüdiger José Hamm, Koordinator*innen der BAG RelEx, in ihrem Artikel auf die Entstehung und Entwicklung der BAG RelEx.

 

Die BAG RelEx im KN:IX

2021 war zudem das zweite Jahr des Kompetenznetzwerks „Islamistischer Extremismus“, kurz KN:IX, das wir gemeinsam mit ufuq.de und Violence Prevention ins Leben gerufen haben. Die IMAP GmbH führt im Auftrag von KN:IX eine begleitende Evaluation durch (2020-2024). Lesen Sie hier den ersten Zwischenbericht, der im Sommer veröffentlicht wurden.

Neben den zahlreichen Veranstaltungen, die im Rahmen von KN:IX umgesetzt werden, veröffentlichen wir jährlich einen Report zu Herausforderungen, Bedarfen und Trends in der Islamismusprävention. Anlässlich der Veröffentlichung des KN:IX Reports 2020 gab Jamuna Oehlmann Anfang des Jahres im Infodienst Radikalisierungsprävention ein Interview zu den Zielen und der Arbeitsweise von KN:IX. Der aktuelle KN:IX Report 2021 widmet sich in seinen Artikeln unter anderem der Ambiguitätstoleranz im Bereich der Primärprävention, dem Umgang mit Hochrisikoklientel im Bereich der Tertiärprävention oder dem sogenannten Legalistischen Islamismus. Neben den Artikeln finden Sie im Report außerdem die Ergebnisse von Bedarfserhebungen und Fokusgruppengesprächen mit Akteuren der Präventionslandschaft. Durch die jährlichen Erhebungen werden Bedarfe und Trends über einen längeren Zeitraum hinweg dokumentiert, um so bedarfsgerechte Angebote anbieten zu können.

 

Ankündigungen

Den Jahresrückblick wollen wir auch nutzen, um den Blick nach vorne zu richten und anzukündigen, was Sie im kommenden Jahr erwartet.

Im Rahmen von KN:IX haben wir in den letzten Monaten an ersten Folgen von unserem  Podcast KN:IX talks gearbeitet. Bei KN:IX talks sprechen wir über das, was die Präventions- und Distanzierungsarbeit in Deutschland und international beschäftigt. Die erste Folge finden Sie ab dem 17. Januar 2022 auf der KN:IX Website und überall da, wo es Podcasts gibt. Als kleinen Vorgeschmack finden Sie bereits jetzt auf allen gängigen Streamingdiensten einen Trailer, in dem wir den Podcast vorstellen.

Außerdem haben wir mit KN:IX gerade zwei neue Publikationsformate ins Leben gerufen. Wie der Namen schon vermuten lässt, werden in den Impulsen aktuelle Themen der Islamismusprävention kompakt und praxisnah aufgegriffen. In den Analysen werden relevante Themen des Arbeitsbereichs tiefergehend erörtert. Die beiden Formate greifen in ihrer Gänze die verschiedenen Bereiche der Radikalisierungsprävention auf, die einzelnen Publikationen beziehen sich auf spezifische Bereiche und Fragestellungen. Die Veröffentlichungen finden Sie bei den Publikationen von KN:IX.

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