Über die BAG RelEx

Gründung und Ziele der BAG RelEx

Seit Anfang der 2000er Jahre sind neben rechtsextrem motivierten Radikalisierungen auch religiös begründete Radikalisierungen zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Den Anhänger*innen extremistischer Ideologien gemeinsam ist die Abwertung und Ablehnung von demokratischen Grundwerten. Das Spektrum reicht von antidemokratischen und antipluralistischen Positionen im Alltag bis hin zur offenen Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung. Die Anziehungskraft extremistischer Orientierungen und Haltungen liegt unter anderem in vereinfachenden Welterklärungen mit schlichten Mustern von richtig und falsch. Solche Ideologien üben besonders auf Jugendliche und junge Erwachsene ihren Reiz aus, beschränken sich aber keineswegs auf das Jugendalter. In der Regel spielen individuelle, soziale und politische Faktoren eine Rolle, um die Attraktivität entsprechender Ideologien und Bewegungen zu erklären. Monokausale Erklärungen werden der Vielschichtigkeit und Dynamik von Radikalisierungsprozessen nicht gerecht, entsprechend vielfältig müssen Ansätze und Programme der Radikalisierungsprävention gestaltet sein, die einer Hinwendung zu entsprechenden Szenen vorbeugen und entgegenwirken sollen.

Gründung der BAG RelEx

Die Angebote von Trägern der Zivilgesellschaft reichen von Demokratieförderung, Anti-Bias-Arbeit und interkultureller Arbeit über Erziehungsberatungen bis hin zur Gewaltprävention und Ausstiegsarbeit. Die BAG RelEx wurde von 25 gemeinnützigen Organisationen, die sich in diesen Bereichen engagieren, im November 2016 gegründet.

Mit inzwischen 35 Mitgliedsorganisationen steht die BAG RelEx für die große Vielfalt an Ansätzen und Maßnahmen und spiegelt die langjährigen Erfahrungen im Arbeitsbereich wider. Vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Relevanz steht die Arbeit gegen islamistische Formen des Extremismus im Fokus der BAG RelEx. Aus diesem Grund haben wir auch Anfang 2020 gemeinsam mit Violence Prevention Network (VPN) und ufuq.de das Kompetenznetzwerk „Islamistischer Extremismus“, kurz KN:IX, ins Leben gerufen. Im Rahmen der BAG RelEx werden jedoch ausdrücklich auch andere Formen religiös begründeter Radikalisierungen berücksichtigt und als pädagogische und gesellschaftliche Herausforderung bearbeitet.

Ziele der BAG RelEx

Wir verstehen uns als Plattform und Schnittstelle zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Politik und Öffentlichkeit. Wir möchten den fachlichen Austausch fördern, Inhalte und Methoden optimieren, Qualitätsstandards in der Präventions- und Ausstiegsarbeit weiterentwickeln und damit das Engagement unserer Mitgliedsorganisationen gegen religiös begründeten Extremismus stärken. Durch Angebote für eine weitere Öffentlichkeit fördern wir als BAG RelEx das Bewusstsein für die Notwendigkeit des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen religiösen Extremismus.

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Vernetzung

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Fachaustausch

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Weiterentwicklung

Die Demokratie verteidigen

In der Auseinandersetzung mit religiös begründeten Extremismen unterscheiden wir in der BAG RelEx klar zwischen Religion und menschenfeindlichen Ideologien: Keine Religion ist an und für sich menschenfeindlich oder steht im Widerspruch zu demokratischen Werten und Prinzipien. Wir sehen unseren Auftrag in der Verteidigung der Demokratie und der Grundrechte sowie der Normen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und des Grundgesetzes. Ganz vorn stehen dabei Achtung und Schutz der Menschenwürde und der mit ihnen verbundenen Rechte sowie Demokratieprinzip und Rechtsstaatlichkeit. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Rahmenbedingungen unserer Arbeit.

Als BAG RelEx mit derzeit über 30 Mitgliedsorganisationen sind wir konfessionell und parteipolitisch unabhängig. Für unsere Arbeit im Rahmen des Kompetenznetzwerkes „Islamistischer Extremismus“ (KN:IX) in Zusammenarbeit mit ufuq.de und VPN, werden wir aktuell durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Hessischen Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) gefördert.

Gemeinsam setzen wir Standards

Die Entwicklung von Qualitätsstandards ist ein zentrales Ziel der BAG RelEx. In der Vergangenheit tauschten sich Vertreter*innen unserer Mitgliedsorganisationen in Arbeitsgruppen über fachliche und inhaltliche Standards in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern (u.a. interkulturelle Arbeit, Sozialarbeit, Antidiskriminierungsarbeit, Elternberatung), aber auch in den verschiedenen Handlungsbereichen Prävention und Ausstiegsarbeit, aus. Auf Basis dessen formulierten sie gemeinsame Standards, die auch als Grundlage für die Arbeit neuer Träger im Themenfeld dienen sollen. Die Veröffentlichung der Qualitätsstandards finden Sie hier.

In den Arbeitsgruppen stand der Austausch über und die Weiterentwicklung von Inhalten und Methoden der jeweiligen Träger im Fokus. Neben der Berücksichtigung eigener Erfahrungen aus den jeweiligen Arbeitskontexten, wurden zudem Ansätze und Erfahrungen aus angrenzenden Arbeitsbereichen auf ihre Übertragbarkeit auf das jeweilige eigene Arbeitsfeld – Universalprävention und Deradikalisierung/Ausstiegsarbeit im Bereich des religiös begründeten Extremismus – überprüft. Darüber hinaus dienten die Arbeitsgruppen des Praxis-Wissenschafts-Transfer und boten einen Raum, um aktuelle Forschungen und praxisrelevante Ergebnisse vorzustellen.