28. September 2026 | BAG RelEx
Fachpolitische Impulse nach der Berliner Wahl 2026
Berlin verfügt über eine vielfältige und fachlich breit aufgestellte Präventionslandschaft im Bereich des religiös begründeten Extremismus, die von zivilgesellschaftlicher Expertise, etablierten Bildungs- und Beratungsangeboten sowie der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen getragen wird. Mit Blick auf die kommende Legislaturperiode gilt es, diese Strukturen langfristig zu sichern und zugleich fachlich weiterzuentwickeln. Der islamistische Anschlag am Rande des Berliner CSD im Sommer 2026 hat erneut auf erschütternde Weise verdeutlicht, welche Bedeutung einer verlässlichen und nachhaltigen Präventionsarbeit zukommt.
Der Schutz vor extremistischer Gewalt und die Stärkung demokratischer und gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit bleiben damit zentrale gemeinsame Aufgaben für Berlin. Die Koalitionsverhandlungen bieten die Gelegenheit, die bestehende Präventionsarbeit weiter zu stärken und dafür verlässliche politische
Rahmenbedingungen zu schaffen. Wichtige Anknüpfungspunkte liefern unter anderem die fachlichen Empfehlungen, die in die Berliner Enquete-Kommission „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“ eingebracht wurden. Sie unterstreichen die Bedeutung verlässlicher Strukturen, wirksamer Beteiligung und einer engen Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft. Für die Islamismusprävention bedeutet das, pädagogische Arbeit, Beratung und Distanzierungsbegleitung dauerhaft abzusichern und stärker mit den Regelstrukturen in Bildung und Jugendhilfe zu verknüpfen. Dazu gehört ein Präventionsverständnis, das demokratiefeindliche Ideologien und Strukturen klar benennt, zugleich Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen ernst nimmt sowie Präventionsarbeit konsequent diskriminierungskritisch und gendersensibel ausgestaltet. Dazu zählt auch, mögliche Zuschreibungen, Ausschlüsse und Stigmatisierungen im Kontext von Islamismusprävention mitzudenken und fachlich zu reflektieren.
Der Koalitionsimpuls kann hier heruntergeladen werden.
Mit diesem Papier richten wir konkrete Impulse an die Parteien der künftigen Regierungskoalition. Als Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus und Dachverband von knapp 40 bundesweit im Themenfeld tätigen Mitgliedsorganisationen, bündeln wir zivilgesellschaftliche Fachperspektiven und Erfahrungen aus der Präventionspraxis. Allein 11 unserer Mitgliedsorganisationen sind in besonderem Maße in Berlin verankert und verfügen über langjährige Expertise in der pädagogischen Prävention, Beratung und Distanzierungsarbeit vor Ort. Dazu gehören etwa Violence Prevention Network, ufuq.de und Gesicht Zeigen!, die im Arbeitsfeld für sehr unterschiedliche Ansätze stehen.
